Barhuf, Hufeisen oder Hufschuhe?
Als Osteopathin sehe ich täglich, wie eng die Hufgesundheit mit dem gesamten Bewegungsapparat des Pferdes verbunden ist. Umso mehr stellt sich die Frage: Braucht das Freizeitpferd heute wirklich noch dauerhaft Hufeisen?
Ein gesunder Barhuf ist ein hochfunktionales System. Er dämpft, trägt, fördert die Durchblutung und unterstützt die natürliche Bewegung – genau so, wie es die Natur vorgesehen hat. Pferde mit gut und funktional gepflegten Barhufen kommen in der Regel problemlos mit unterschiedlichsten Untergründen zurecht und zeigen oft eine deutlich harmonischere Bewegung. Zudem zeigt die Praxis, dass ein gut entwickelter Barhuf langfristig zur Gesunderhaltung des gesamtes Pferdes beiträgt. Wo immer es die individuellen Voraussetzungen zulassen, sehe ich den Barhuf aus osteopathischer Sicht als die beste Lösung und als Grundstein für einen gesunden Bewegungsablauf.
Dauerbeschläge hingegen bringen auch Nachteile mit sich: Sie schränken das von der Natur fein abgestimmte, funktionale System des Hufes ein, was sich unter anderem in eingeschränkter Hufmechanik, verminderter Stoßdämpfung und möglichen Folgebelastungen für Sehnen, Gelenke und Muskulatur zeigen kann.
Für besondere Anforderungen gibt es heute flexible Lösungen wie Hufschuhe oder temporären Schutz. Ein dauerhafter Beschlag ist in vielen Fällen schlicht nicht notwendig (Ausnahmen gibt es natürlich).
Als Osteopathin behandle ich selbstverständlich alle Pferde, unabhängig von Ihrer Hufsituation, unvoreingenommen, gebe jedoch bei Bedarf meine fachliche Einschätzung zu möglichen Auswirkungen einer eingeschränkten Hufmechanik auf den Bewegungsapparat weiter. Die Entscheidung, wie damit umgegangen wird, liegt dabei ganz bei den Besitzern und die weitere Behandlung erfolgt meinerseits völlig neutral.
Wenn du dich intensiver mit diesem Thema beschäftigen möchtest, empfehle ich dir das Buch „Wunderwerk Huf“ von Dr. Tina Gottwald. Es steht online als PDF kostenlos zum Download zur Verfügung und beleuchtet das Thema sehr umfassend.